Augenkrankheiten

Die häufigsten Augenkrankheiten

Was bedeutet Amblyopie bei Kindern?
Amblyopie bedeutet, dass ein Auge – meist im Kindesalter – dauerhaft ein schlechteres Sehen entwickelt hat, weil es in der frühen Kindheit nicht ausreichend “gelernt” hat zu sehen (z.B. durch Schielen oder einen starken Brechungsfehler auf dem Auge). Wird das nicht rechtzeitig erkannt und behandelt, bleibt das betroffene Auge ein Leben lang schwachsichtig, selbst wenn es an sich gesund ist.

Wie wird eine Sehschwäche (Amblyopie) behandelt?
Die Therapie besteht darin, das bessere Auge zeitweise abzudecken (Okklusionsbehandlung mit Augenpflaster) oder es gezielt abzuschwächen (Atropin-Tropfen), damit das schwächere Auge zum Training gezwungen wird. Je früher man damit beginnt (ideal im Vorschulalter, vor ca. 6–7 Jahren), desto grösser die Chance, dass sich das schwache Auge noch normal entwickelt.

Meine Pupillen sind nicht gleich gross – ist das normal?
Eine leichte Anisokorie (Unterschied in der Pupillengröße) kommt bei vielen Menschen vor und ist oft angeboren und harmlos. Solange die Pupillen normal auf Licht reagieren und keine weiteren Symptome bestehen, besteht kein Grund zur Sorge.

Wann muss ich mit unterschiedlich grossen Pupillen zum Arzt?
Gefährlich kann es sein, wenn die Anisokorie plötzlich auftritt und mit weiteren Symptomen einhergeht: Wenn z.B. eine Pupille deutlich erweitert und lichtstarr ist und evtl. ein hängendes Lid oder Augenschmerzen hinzukommen, sollte man sofort einen Arzt aufsuchen. Dann könnte eine Nervenläsion (z.B. Horner-Syndrom oder Okulomotorius-Parese) vorliegen. Im Zweifel gilt: bei plötzlich auftretender, deutlicher Pupillendifferenz lieber zeitnah augenärztlich oder neurologisch abklären lassen.

Was ist eine Hornhautverkrümmung?
Astigmatismus bedeutet, dass die Hornhaut (oder Linse) nicht gleichmässig kugelig ist, sondern in einer Richtung stärker gewölbt (ähnlich wie ein Rugby-Ball). Dadurch wird das Licht verzerrt gebrochen und man sieht sowohl in der Ferne als auch in der Nähe unscharf.

Kann man einen Astigmatismus behandeln?
Ein regulärer Astigmatismus lässt sich mit zylinderförmigen Gläsern in der Brille oder speziellen torischen Kontaktlinsen ausgleichen. Auch beim Linsenersatz (Katarakt-OP) kann eine torische Kunstlinse eingesetzt werden; mittels Augenlaser-Behandlung lässt sich Hornhautverkrümmung ebenfalls dauerhaft korrigieren.

Kann ich meine Fehlsichtigkeit lasern lassen, um keine Brille mehr zu brauchen?
Mittels Augenlaser (z.B. LASIK oder PRK) kann man Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit und Astigmatismus in vielen Fällen dauerhaft korrigieren, sodass eine Brille überflüssig wird. Dabei wird mit einem Excimer-Laser die Hornhaut präzise so umgeformt, dass das Bild wieder scharf auf der Netzhaut fokussiert wird.

Wer ist für eine Augenlaser-OP geeignet?
Geeignet ist eine Laser-OP für Erwachsene mit stabiler Brillenstärke und ausreichend dicker, gesunder Hornhaut; der Arzt prüft dies anhand von Messungen vorab. Der Eingriff dauert nur wenige Minuten und ist schmerzfrei (Betäubungstropfen), und bereits am nächsten Tag können die meisten Patienten deutlich besser sehen. Risiken wie vorübergehend trockene Augen oder Lichthöfe bei Nacht sind selten und bei modernen Verfahren gering. Falls eine Laserbehandlung nicht in Frage kommt, gibt es Alternativen wie z.B. implantierbare Kontaktlinsen (ICL) oder einen refraktiven Linsentausch.

Was sind Tumoren am Augenlid? Sind alle Lidtumoren bösartig?
Augenlidtumoren können gutartig (z.B. Lidwarzen, Fibrome) oder bösartig (wie das Basaliom, weisser Hautkrebs am Lid) sein. Der Augenarzt beurteilt das anhand des Aussehens und entnimmt bei Unklarheit eine Gewebeprobe.

Wie werden Lidtumoren behandelt?
In den meisten Fällen wird der Tumor ambulant unter örtlicher Betäubung entfernt und feingeweblich untersucht; bei rechtzeitiger Entfernung sind die Heilungschancen sehr gut.

Mein Augenlid zuckt immer wieder – ist das gefährlich?
Lidzucken (das unwillkürliche Zucken einer Lidpartie, meist am Unterlid) ist in den allermeisten Fällen harmlos. Oft wird es durch Stress, Übermüdung oder Magnesiummangel ausgelöst.

Wie werde ich das Lidzucken los?
Zur Beruhigung des Zuckens kann man auf ausreichend Schlaf und Entspannung achten. Auch Magnesium (in Tablettenform oder als magnesiumreiche Ernährung) kann helfen, wenn ein Mangel vermutet wird. In der Regel hört das Zucken nach einigen Tagen bis Wochen von selbst wieder auf.

Warum bewegt sich mein Auge plötzlich nicht mehr richtig?
Eine Augenmuskellähmung entsteht meist durch eine Nervenstörung (z.B. Durchblutungsstörung eines Hirnnervs), wodurch ein oder mehrere Augenmuskeln ausfallen. Dadurch kommt es zu Fehlstellungen des Auges und Doppelbildern.

Erholt sich eine Augenmuskellähmung wieder?
Häufig bessert sich so eine Lähmung innerhalb von Wochen bis wenigen Monaten von selbst. Falls nicht, kann man vorübergehend Prismenfolien in der Brille verwenden oder langfristig eine Schieloperation durchführen, um die Augen wieder auszurichten.

Ich sehe manchmal flimmernde Zickzack-Linien oder Lichtflackern, das nach einigen Minuten von selbst verschwindet – was ist das?
Solche Sehstörungen können eine Augenmigräne (ophthalmische Migräne) sein – eine spezielle Form der Migräne-Aura, bei der es vorübergehend zu flimmernden, gezackten Mustern oder Ausfällen im Gesichtsfeld kommt. Typischerweise dauert das 10–30 Minuten und bildet sich komplett zurück, oft gefolgt von Kopfschmerzen (Migräne), manchmal aber auch ohne Kopfweh.

Muss ich mir deswegen Sorgen machen?
Eine Augenmigräne ist in der Regel harmlos und bedarf keiner direkten Behandlung, ausser Ruhe und ggf. eines Schmerzmittels, falls ein Migräne-Kopfschmerz folgt. Wenn diese Auren jedoch sehr häufig auftreten oder erstmalig in höherem Alter, sollte zur Sicherheit ein Arzt aufgesucht werden, um andere Ursachen (z.B. Durchblutungsstörungen im Gehirn) auszuschliessen.

Mein Auge ist rot und verklebt – ist das eine Bindehautentzündung?
Eine Bindehautentzündung (Konjunktivitis) erkennt man an geröteten Augen, Brennen, Jucken und eventuell Verklebungen oder eitrigem Ausfluss. Ursachen können Viren (sehr ansteckend), Bakterien, Allergien oder Reizungen (z.B. Zugluft) sein.

Wie behandle ich eine Konjunktivitis und ist sie ansteckend?
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache: Bei Bakterien helfen antibiotische Augentropfen, bei Virusinfektionen heilt es meist von selbst ab (Unterstützung durch kühle Kompressen und Tränenersatz), bei Allergie helfen antiallergische/antihistaminische Tropfen. Wichtig ist eine gute Hygiene (Hände waschen, keine gemeinsamen Handtücher), damit man andere nicht ansteckt.

Meine Augenlider sind oft entzündet und morgens verklebt – was ist das?
Bei einer Blepharitis sind die Lidränder chronisch gereizt oder entzündet, oft durch verstopfte Meibom-Drüsen und Hautkeime begünstigt. Die Augen fühlen sich trocken oder brennend an, die Lider sind gerötet und morgens manchmal verklebt.

Wie kann man eine Lidrandentzündung behandeln?
Die wichtigste Behandlung ist eine konsequente Lidrandhygiene: Warme Kompressen auf die Lider (um die Drüsensekrete zu verflüssigen) und anschliessend vorsichtiges Reinigen der Lidkanten (z.B. mit Wattestäbchen oder speziellen Lidreinigungstüchern). In hartnäckigen Fällen können auch antibiotische oder entzündungshemmende Salben/Tropfen eingesetzt werden, bis die Entzündung abklingt.

Was ist eine Brauenptose?
Bei einer Brauenptose sinkt die Augenbraue altersbedingt oder z.B. nach Gesichtsnervenlähmungen ab, wodurch die Haut aufs Oberlid drücken kann. Symptome sind ein müder Gesichtsausdruck und ggf. ein eingeschränktes Gesichtsfeld.

Deckt die Krankenkasse eine Brauenlifting-Operation ab?
Eine Anhebung der Braue kann operativ erfolgen; ob die Krankenkasse die Kosten trägt, hängt vom Ausmass der Sichtfeldeinschränkung ab und wird im Einzelfall gutachterlich geprüft.

Wie schädigt Diabetes die Augen?
Ein dauerhaft erhöhter Blutzucker bei Diabetes kann die feinen Blutgefäße der Netzhaut schädigen. Es kommt zu Durchblutungsstörungen, Gefässaussackungen und im späteren Verlauf zum Wachstum neuer, undichter Gefäße – dies nennt man diabetische Retinopathie.

Kann man etwas gegen diabetische Augenveränderungen tun?
Anfangs bemerkt der Patient nichts; daher sind regelmässige augenärztliche Netzhautkontrollen wichtig. Die beste Vorbeugung ist eine gute Einstellung von Blutzucker, Blutdruck und Blutfetten. Bei fortgeschrittenen Veränderungen kann der Augenarzt mit Laserbehandlungen (um undichte Gefässe zu veröden) oder Medikamentenspritzen ins Auge (gegen Makulaödem) das Fortschreiten bremsen. In sehr schweren Fällen mit ausgedehnten Blutungen oder Netzhautablösungen kann eine Operation (Glaskörperentfernung) nötig sein.

Nach langem Arbeiten am Computer sind meine Augen müde und trocken – woran liegt das?
Langes Starren auf Bildschirm oder Smartphone führt oft zu angestrengten, trockenen Augen – man spricht vom Office-Eye-Syndrom oder digitalem Augenstress. Der Grund: Beim konzentrierten Nahblick sinkt die Lidschlagfrequenz, die Augenoberfläche trocknet aus und die inneren Augenmuskeln überanstrengen sich durch dauerhaftes Fokussieren in der Nähe. Typische Beschwerden sind brennende, müde Augen, verschwommenes Sehen und manchmal Kopf- oder Nackenschmerzen.

Was hilft gegen das “Computer-Augensyndrom”?
Abhilfe schafft die 20-20-20-Regel: Alle 20 Minuten für 20 Sekunden in die Ferne schauen und dabei bewusst blinzeln. Zusätzlich helfen eine gute Beleuchtung, ein richtig eingestellter Bildschirm (Abstand, Höhe) und bei Bedarf befeuchtende Augentropfen, um die Augen zu entlasten.

Was ist ein Ektropium?
Ein Ektropium bezeichnet ein nach aussen (vom Auge weg) gedrehtes Augenlid, häufig das Unterlid, was zu Tränenfluss und Austrocknen der Bindehaut führt. Hauptursache ist eine altersbedingte Bindegewebsschwäche, seltener entstehen Ektropien durch Gesichtsnervenlähmungen oder Narben.

Wie wird ein Ektropium behandelt?
Die wirksamste Behandlung ist eine ambulante Lidoperation, bei der das Lid gestrafft und wieder in normaler Position angelegt wird, sodass das Auge wieder richtig benetzt wird.

Wodurch entstehen bei Schilddrüsenüberfunktion hervorstehende Augen?
Die endokrine Orbitopathie tritt meist bei Morbus Basedow (Schilddrüsenüberfunktion) auf und führt zu Entzündungen und Schwellungen im Gewebe der Augenhöhle hinter den Augen. Typisch sind hervortretende, “glubschende” Augen, ein starrer Blick (Lidretraktion) und trockene, gereizte Augen, manchmal auch Doppelbilder.

Was kann man gegen die endokrine Orbitopathie tun?
Wichtig ist, die Schilddrüsenfunktion optimal einzustellen und das Rauchen zu vermeiden; bei starken Beschwerden helfen entzündungshemmende Medikamente (z.B. Kortison) oder – in schweren Fällen – Operationen (Dekompression der Augenhöhle, Korrektur von Augenmuskeln oder Lidpositionen).

Was ist ein Entropium?
Ein Entropium ist eine Fehlstellung, bei der sich das Augenlid (meist das Unterlid) nach innen dreht, sodass die Wimpern am Auge reiben. Das führt zu Reizung, Rötung und Tränen des betroffenen Auges.

Muss ein Entropium operiert werden?
Zur Behandlung wird in den meisten Fällen ein kleiner chirurgischer Eingriff durchgeführt, um das Lid wieder nach aussen zu drehen; dadurch werden die Beschwerden behoben und Hornhautschäden verhindert.

Was bedeutet Esotropie?
Esotropie ist das Einwärtsschielen, bei dem ein Auge nach innen abweicht (zur Nasenseite hin).

Wie kann Innenschielen korrigiert werden?
Bei Kindern ist häufig ein unentdeckter Weitsichtigkeitsfehler (Hyperopie) der Auslöser; dies kann man mit einer Brille beheben, andernfalls wird bei stärkeren Winkeln eine Schieloperation empfohlen. Eine solche Operation kann heute minimal-invasiv (MISS-Technik) durchgeführt werden, bei der nur 2–3 mm kleine Bindehautschnitte erforderlich sind, was eine schnellere Heilung ermöglicht.

Was ist eine Exotropie?
Exotropie ist ein Schielen nach außen, d.h. ein Auge weicht nach temporal (zur Schläfe) ab.

Wie behandelt man Auswärtsschielen?
Leichtes Auswärtsschielen (vor allem intermittierend auftretend) kann bei Kindern teilweise durch Sehtraining oder Prismenbrillen gemildert werden; oft wird jedoch bei deutlicher Fehlstellung eine Operation der Augenmuskeln notwendig. Der Eingriff hat zum Ziel, die Augen wieder parallel auszurichten, um Binokularsehen zu ermöglichen; bei Bedarf kann er auch minimal-invasiv wie bei der Esotropie erfolgen.

Ich habe einen schmerzhaften roten Knoten am Lidrand – ist das ein Gerstenkorn?
Ein Gerstenkorn ist eine akute, eitrige Entzündung einer Lidranddrüse (oft einer Wimperntalgdrüse), erkennbar als rote, druckschmerzhafte Schwellung am Augenlid. Häufig kann man einen gelblichen Eiterpunkt erkennen.

Was hilft bei einem Gerstenkorn?
Behandeln lässt es sich zumeist durch mehrmals täglich warme Kompressen aufs Lid (um die Reifung zu beschleunigen); oft bricht es dann von selbst auf und heilt innerhalb weniger Tage ab. Falls es sehr gross oder hartnäckig ist, kann der Augenarzt es unter lokaler Betäubung mit einer feinen Nadel oder einem kleinen Schnitt öffnen und entleeren.

Ich sehe plötzlich Punkte und Lichtblitze – könnte das eine Glaskörperabhebung sein?
Bei einer hinteren Glaskörperabhebung schrumpft der Glaskörper (das gelartige Innere des Auges) im Alter und löst sich von der Netzhaut. Dabei sieht man plötzlich “Mouches volantes” (schwarze Flusen oder Fäden) und manchmal Lichtblitze.

Ist eine Glaskörperabhebung gefährlich?
An sich ist eine Glaskörperabhebung harmlos und erfordert meist keine Behandlung – das Gehirn gewöhnt sich an die schwebenden Punkte. Allerdings kann es dabei zu kleinen Netzhautrissen kommen; daher sollte bei neuen Blitzerscheinungen oder einem Auftreten vieler Punkte (Rußregen) umgehend der Augenarzt die Netzhaut untersuchen, um eine beginnende Netzhautablösung auszuschliessen.

Warum sehe ich plötzlich viele schwarze Punkte oder rote Wolken im Auge?
Eine Glaskörperblutung ist eine Blutung ins Augeninnere (in den Glaskörperraum). Sie tritt häufig bei diabetischen Netzhauterkrankungen oder Netzhautrissen auf und macht sich durch plötzlich auftretende, rußartige “Schwärmchen” oder rötliche Schleier im Blickfeld bemerkbar. Kleinere Blutungen können vom Körper allmählich abgebaut werden, was einige Wochen dauern kann.

Was bedeutet eine Glaskörperblutung?
Bei grösserer Blutung, die die Sicht stark beeinträchtigt oder von selbst nicht aufklart, ist oft eine operative Entfernung des Glaskörpers (Vitrektomie) erforderlich, wobei gleichzeitig die Blutungsquelle (z.B. ein Netzhautriss) behandelt wird.

Was ist ein Glaukom?
Das Glaukom, auch “Grüner Star” genannt, ist eine chronische Augenerkrankung, bei der der Sehnerv meist durch einen erhöhten Augeninnendruck langsam geschädigt wird. Unbehandelt führt dies schleichend zu Gesichtsfeldausfällen (man bemerkt z.B. blinde Flecken am Rand des Sichtfelds) und kann im Spätstadium zur Erblindung führen.

Kann man am Grünen Star erblinden, und wie wird er behandelt?
Da das Anfangsstadium symptomlos verläuft, ist Vorsorge wichtig. Die Behandlung zielt darauf ab, den Druck zu senken – meist durch Augentropfen, alternativ mit Laserbehandlungen (z.B. SLT-Laser) oder operativen Eingriffen (inkl. mikroinvasiver Glaukomchirurgie). Zwar können zerstörte Sehnervenfasern nicht wiederhergestellt werden, aber mit frühzeitiger Therapie lässt sich das vorhandene Sehvermögen in der Regel lebenslang erhalten.

Ich habe einen erbsengrossen Knoten im Augenlid, der nicht wehtut – was ist das?
Ein Hagelkorn ist eine chronische Verstopfung und Entzündung einer Meibom-Drüse im Augenlid. Es bildet sich ein meist schmerzloser, derber Knoten im Lid, der lange bestehen kann.

Geht ein Hagelkorn von alleine weg?
Zunächst kann man – ähnlich wie beim Gerstenkorn – mit warmen Kompressen und Lidmassage versuchen, den Pfropf zu lösen; manchmal hilft auch eine entzündungshemmende Salbe. Häufig resorbiert sich ein kleines Hagelkorn mit der Zeit von selbst; bleibt es aber grösser und stört (kosmetisch oder es reibt am Auge), kann es vom Augenarzt in einem kleinen Eingriff (Schnitt von der Lidinnenseite) entfernt werden.

Ich habe einen Fremdkörper ins Auge bekommen – was tun?
Kleine Fremdkörper (z.B. Metallspäne, Holzsplitter) können bei der Arbeit oder im Alltag in die Hornhaut gelangen und verursachen heftige Schmerzen, Tränenfluss und Lichtempfindlichkeit. Wichtig ist, das Auge nicht zu reiben.

Muss ein Fremdkörper in der Hornhaut entfernt werden?
Ein Augenarzt sollte den Fremdkörper baldmöglichst unter Vergrösserung entfernen, um Infektionen oder Verrostungen (bei Metall) zu verhindern. Dies geschieht in lokaler Betäubung mit speziellen Instrumenten. Nach Entfernung des Fremdkörpers heilt die Hornhaut meist innerhalb weniger Tage ab; ein antibiotischer Salbenverband schützt während der Heilung vor Infektionen.

Ich habe mir die Hornhaut verkratzt – was soll ich tun?
Eine Hornhautabschürfung (Erosio corneae) entsteht z.B., wenn man sich mit dem Finger ins Auge piekst oder ein Fremdkörper darüber kratzt – die oberste Schicht der Hornhaut wird dabei verletzt. Das ist sehr schmerzhaft: Das Auge tränt, rötet sich und ist stark lichtempfindlich, denn die Hornhaut hat viele Nerven.

Wie schnell heilt eine Hornhautabschürfung?
Zum Glück regeneriert sich die Hornhaut meist innerhalb von 1–2 Tagen von selbst, da die Epithelzellen rasch nachwachsen. Bis dahin sollte man das Auge schonen und möglichst mit einem sauberen Verband abdecken. Ein Augenarzt gibt in der Regel eine desinfizierende/antibiotische Augensalbe, um Infektionen zu verhindern, und bei Bedarf einen schmerzstillenden Tropfen – damit heilt die Verletzung in den meisten Fällen folgenlos aus.

Was versteht man unter Höhenschielen?
Höhenschielen liegt vor, wenn ein Auge höher steht als das andere (vertikale Fehlstellung). Ursache können angeborene oder erworbene Lähmungen einzelner Augenmuskeln (z.B. N. trochlearis) oder Muskelerkrankungen sein; auch nach bestimmten Augenoperationen kann es auftreten.

Kann man ein vertikales Schielen korrigieren?
Bei Doppelbildern oder auffälliger Kopfneigung zur Kompensation kann mit einer Schieloperation die Stellung der Augen korrigiert werden – je nach Fall wird dabei ebenfalls ein möglichst schonendes, minimal-invasives Vorgehen gewählt.

Was bedeutet weitsichtig zu sein?
Weitsichtigkeit liegt vor, wenn das Auge zu kurz gebaut ist oder die Brechkraft zu schwach, sodass nahe Objekte unscharf wirken (der Schärfepunkt würde theoretisch hinter der Netzhaut liegen). Junge Menschen können das oft durch Anstrengung (Akkommodation) ausgleichen; ältere bemerken dann das Verschwommensehen vor allem beim Lesen.

Wie wird eine Weitsichtigkeit behoben?
Korrigiert wird Hyperopie mit Plusgläsern in Brille oder Kontaktlinsen. Alternativ kommen – ähnlich wie bei Kurzsichtigkeit – Laser-Eingriffe oder Linsentausch-Operationen in Frage, um ohne Brille scharf zu sehen.

Plötzlich ist das Weisse in meinem Auge knallrot an einer Stelle – muss ich mir Sorgen machen?
Eine subkonjunktivale Blutung (Hyposphagma) sieht dramatisch aus: Plötzlich erscheint ein Teil des weissen Auges blutrot, weil ein kleines Gefäss unter der Bindehaut geplatzt ist. Das kann spontan passieren (z.B. beim Husten, Niesen, Pressen oder sogar im Schlaf) und wirkt oft schlimmer, als es ist. In den meisten Fällen ist ein Hyposphagma völlig harmlos, verursacht keine Schmerzen und beeinflusst das Sehen nicht.

Wie lange dauert es, bis eine Bindehautblutung weg ist?
Eine spezielle Behandlung ist nicht nötig; die Blutung zieht in 1–2 Wochen von selbst ab (ähnlich wie ein blauer Fleck). Falls die Blutung sehr gross ist oder bei Bluthochdruck/Blutverdünner-Einnahme gehäuft auftritt, sollte man den Blutdruck kontrollieren bzw. dies mit dem Arzt besprechen.

Was ist eine implantierbare Kontaktlinse (ICL)?
Eine implantierbare Kontaktlinse (ICL) ist eine spezielle Kunstlinse, die zusätzlich zur körpereigenen Linse ins Auge eingesetzt wird, um hohe Fehlsichtigkeiten zu korrigieren. Im Gegensatz zur Laser-Behandlung (z.B. LASIK), bei der die Hornhaut verändert wird, bleibt hier das Auge unverändert und die Linse kann theoretisch wieder entfernt werden.

Für wen kommt eine ICL infrage?
Die ICL ist besonders für jüngere Patienten mit sehr starker Kurzsichtigkeit oder zu dünner Hornhaut geeignet, bei denen eine Laser-OP nicht möglich oder riskant wäre. Der Eingriff erfolgt ambulant, und nach Einsetzen der Linse kann der Patient meistens schon nach wenigen Tagen deutlich besser sehen.

Was ist ein Augeninfarkt (ischämische Optikusneuropathie)?
Bei einer ischämischen Optikusneuropathie wird die Durchblutung des Sehnerven plötzlich gestört (ein sogenannter Augeninfarkt). Häufig bemerkt man das morgens als plötzlichen Verlust des oberen oder unteren Gesichtsfeldes auf einem Auge.

Kann man einen Sehnerveninfarkt behandeln?
Leider gibt es keine Therapie, die das verlorene Sehvermögen wiederherstellen kann; meist bleibt ein dauerhafter Schaden. Wichtig ist jedoch, Risikofaktoren zu behandeln (z.B. Bluthochdruck, Diabetes, erhöhte Blutfette, Schlafapnoe), um das Risiko eines Augeninfarkts am anderen Auge zu senken.

Was ist ein Grauer Star?
Als Grauen Star bezeichnet man die Trübung der natürlichen Augenlinse, die meist im Alter auftritt und zu verschwommenem, nebeligem Sehen führt.

Wann ist eine Star-Operation erforderlich und welche Linsen gibt es?
Eine Operation wird empfohlen, wenn die Sehverschlechterung den Alltag beeinträchtigt: Dabei wird die trübe Linse entfernt und durch eine klare Kunstlinse ersetzt. Es gibt einfache monofokale Linsen (meist von der Kasse abgedeckt) und Premium-Linsen wie torische (gegen Hornhautverkrümmung), EDOF- oder Trifokallinsen, die mehrere Entfernungen scharf abbilden; letztere können die Brillenabhängigkeit verringern, sind aber meist Selbstzahlerleistungen. In unserer Klinik kommt auch eine moderne Methode, wie die von Dr. Mojon entwickelte VIP-Technik zum Einsatz, bei der mit visköser Flüssigkeit und Druck gearbeitet wird, um die Operation besonders schonend durchzuführen.

Was ist ein Keratokonus?
Ein Keratokonus ist eine krankhafte Ausdünnung und kegelförmige Verformung der Hornhaut, was zu unregelmäßigem Astigmatismus und Sehverschlechterung führt. Betroffene bemerken oft zunehmend verzerrtes oder verschwommenes Sehen, das sich mit einer normalen Brille nicht voll korrigieren lässt.

Kann man einen Keratokonus behandeln oder stoppen?
Die Sehkraft kann mit speziellen Kontaktlinsen (z.B. formstabilen oder Sklerallinsen) verbessert werden. Um das Fortschreiten des Keratokonus aufzuhalten, wird heute oft eine Hornhaut-Quervernetzung (Collagen Crosslinking) durchgeführt; diese Behandlung stabilisiert die Hornhaut in über 90% der Fälle und kann das Voranschreiten der Verformung effektiv stoppen. In schweren Fällen ist später eine Hornhauttransplantation notwendig.

Was ist eine Makuladegeneration?
Die altersbedingte Makuladegeneration (AMD) betrifft die Netzhautmitte (Makula) und tritt vor allem bei Menschen über 60 auf, wobei sich die Sehschärfe im zentralen Gesichtsfeld verschlechtert.

Wie unterscheiden sich trockene und feuchte AMD, und gibt es Therapien?
Bei der “trockenen” AMD sterben die Sehzellen allmählich ab (langsame Sehverschlechterung, derzeit keine heilende Therapie – man setzt auf Vitaminpräparate und Sehhilfen). Die “feuchte” AMD entsteht durch undichte, neu gebildete Gefässe unter der Netzhaut, was zu rascherem Sehverlust führt; diese Form kann heute mit Injektionen von VEGF-Hemmstoffen ins Auge behandelt werden, die das Wachstum der Gefäße stoppen und die Netzhaut trocken halten. Dadurch lässt sich das Sehvermögen häufig stabilisieren oder sogar wieder etwas verbessern.

Was versteht man unter einem Makulaloch?
Ein Makulaloch ist ein kleines Loch in der Netzhautmitte (an der Makula, dem Ort des schärfsten Sehens). Dadurch verschlechtert sich die zentrale Sehschärfe stark: Betroffene sehen verzerrte oder fehlende Bereiche im Zentrum des Bildes. Ein Makulaloch entsteht meist spontan im Alter, oft durch Zugkräfte einer anhaftenden hinteren Glaskörpermembran.

Kann ein Loch in der Netzhautmitte geschlossen werden?
Die Therapie besteht in einer Operation (Pars-plana-Vitrektomie), bei der die feine epiretinale Membran abgezogen und ein Gasbläschen ins Auge eingebracht wird. Dieses Gas drückt die Netzhaut an, sodass das Loch in den Wochen danach zuheilen kann. Bei rechtzeitiger Operation (innerhalb einiger Monate nach Entstehung) besteht eine gute Chance, dass sich das Sehvermögen wieder deutlich verbessert.

Warum bin ich kurzsichtig?
Bei Kurzsichtigkeit ist der Augapfel im Verhältnis zur Brechkraft zu lang, wodurch entfernte Objekte unscharf erscheinen (das scharfe Bild liegt vor der Netzhaut).

Wie kann Kurzsichtigkeit korrigiert werden?
Die klassische Korrektur erfolgt mit einer Brille oder Kontaktlinsen mit Minusgläsern, die das Licht wieder korrekt auf die Netzhaut fokussieren. Dauerhafte Lösungen sind ebenfalls möglich: Beispielsweise kann man die Fehlsichtigkeit per Augenlaser-Behandlung (z.B. LASIK) korrigieren oder bei sehr hohen Dioptrien eine implantierbare Kontaktlinse ins Auge einsetzen lassen.

Monate nach der Katarakt-OP sehe ich wieder schlechter – kann der Star zurückkommen? Was ist ein Nachstar?
Ein “Nachstar” ist eine spätere Eintrübung der hinteren Linsenkapsel, die bei der Kataraktoperation im Auge belassen wurde. Viele Patienten bemerken einige Monate oder Jahre nach einer Grauen-Star-OP erneut verschwommenes Sehen oder Blendempfindlichkeit – das liegt häufig an einem Nachstar und nicht daran, dass der Graue Star “nachgewachsen” ist.

Wie wird der Nachstar behoben?
Die Behandlung ist einfach und schmerzfrei: mittels Laser (YAG-Kapsulotomie) wird die trübe hintere Linsenkapsel in einem kurzen ambulanten Eingriff eröffnet, sodass das Licht wieder ungehindert ins Auge fallen kann. Das Sehvermögen ist danach in der Regel sofort oder innerhalb weniger Tage wieder deutlich besser, ohne dass eine erneute Operation erforderlich wäre.

Wie macht sich eine Netzhautablösung bemerkbar?
Bei einer Netzhautablösung löst sich die lichtempfindliche Netzhaut von der darunterliegenden Schicht ab, was unbehandelt zur Erblindung führen kann. Warnzeichen sind Lichtblitze, plötzlich sehr viele neue “Mouches volantes” (schwarze Punkte) oder ein Schatten, der von einer Seite ins Gesichtsfeld fällt (wie ein “Vorhang”).

Ist eine Netzhautablösung ein Notfall?
Eine Netzhautablösung ist ein augenärztlicher Notfall und muss möglichst umgehend operativ behandelt werden. Dabei wird die Netzhaut entweder von aussen (durch Anbringen einer Silikonplombe und umspannender Plombe) oder von innen (durch eine Glaskörperentfernung mit Laser- bzw. Kälteanwendung) wieder anliegend fixiert, um das Sehvermögen zu erhalten.

Was passiert bei einem Arterienverschluss im Auge?
Ein Netzhautarterienverschluss ist ein Gefäßverschluss in der Netzhaut (analog zu einem Schlaganfall im Auge), bei dem die Blutzufuhr zu einem Teil der Netzhaut plötzlich unterbrochen wird. Typisch ist ein schlagartiger, schmerzloser Verlust des Sehvermögens auf einem Auge.

Gibt es eine Behandlung gegen einen Augenarterienverschluss?
Akute Notfallmassnahmen (wie Augendrucksenkung, Augapfelmassage) werden manchmal versucht, haben aber selten Erfolg. In der Regel ist der entstandene Schaden irreversibel; der Fokus liegt darauf, die Ursache (z.B. Herz- oder Halsschlagaderprobleme) zu finden und zu behandeln, um weitere Gefässverschlüsse zu verhindern.

Was bedeutet ein Venenverschluss im Auge?
Bei einem Netzhautvenenverschluss staut sich das Blut in einer verschlossenen Netzhautvene, was zu Netzhautblutungen und Schwellungen (Ödem) führt. Typisch bemerkt man eine schleichende oder plötzliche Sehverschlechterung, häufig durch eine Schwellung im Bereich der Makula.

Wie kann ein Netzhautvenenverschluss behandelt werden?
Zur Behandlung des Makulaödems werden in der Regel Medikamenteninjektionen ins Auge (Anti-VEGF-Therapie) durchgeführt, die die Netzhaut wieder “trocken” machen und die Sehkraft stabilisieren oder verbessern können. Auch Laserbehandlungen können in manchen Fällen eingesetzt werden, um schädliche neue Gefässe zu verhindern. Zudem müssen Risikofaktoren (z.B. Bluthochdruck, Diabetes) optimiert werden.

Mein Kind hat ein Augenzittern – was bedeutet das?
Als Nystagmus bezeichnet man ein unkontrolliertes, ruckartiges Hin-und-her-Bewegen der Augen. Es kann angeboren sein (frühkindlicher Nystagmus, oft aufgrund einer Sehschwäche in früher Kindheit) oder erworben (z.B. durch neurologische Probleme oder Innenohr-Erkrankungen). Ein angeborener Nystagmus führt oft zu reduzierter Sehschärfe; Kinder entwickeln manchmal eine Kopfzwangshaltung, um die Sicht zu verbessern (Blick in einer bestimmten Augenposition mit minimalem Zittern).

Kann man Nystagmus behandeln?
Eine Heilung des Nystagmus ist meist nicht möglich – man behandelt vor allem die Ursache, soweit bekannt. Mit Brillen (teils Prismenfolien) oder speziellen Operationen kann man in manchen Fällen die Kopfhaltung verbessern oder das Zittern etwas mildern, aber das normale Sehen lässt sich meist nicht vollständig herstellen. Wichtig ist eine Förderung des Kindes (Sehförderung, ggf. Nutzung von Sehhilfen) und regelmässige augenärztliche Kontrolle.

Was ist eine Oberlidptose?
Eine Oberlidptose ist ein herabhängendes Oberlid aufgrund einer Schwäche des Lidheber-Muskels, wodurch das betroffene Auge teilweise bedeckt wird. Die Behandlung erfolgt meist operativ, indem der Lidhebemuskel gestrafft oder verkürzt wird, um das Lid anzuheben.

Wird die Korrektur von der Krankenkasse bezahlt?
Bei einer ausgeprägten Ptose, die das Gesichtsfeld einschränkt, übernehmen Krankenkassen die Operationskosten in der Regel, nach Prüfung der medizinischen Notwendigkeit.

Was passiert bei einer Sehnervenentzündung?
Eine Optikusneuritis ist eine Entzündung des Sehnerven, die oft junge Erwachsene betrifft. Typisch ist ein rascher, starker Sehverlust auf einem Auge (meist über Stunden bis wenige Tage) und Schmerzen bei der Augenbewegung. Häufig steckt eine autoimmune Ursache dahinter; sie kann ein erstes Zeichen einer Multiplen Sklerose sein.

Wie wird eine Optikusneuritis behandelt?
Zur Behandlung werden hochdosierte Kortison-Infusionen eingesetzt, um die Entzündung zu reduzieren. Das Sehvermögen erholt sich in vielen Fällen innerhalb einiger Wochen teilweise oder vollständig, doch können auch dauerhafte Einschränkungen zurückbleiben.

Was ist eine Pinguecula?
Eine Pinguecula ist ein gelblicher, leicht erhabener Fleck auf der weißen Bindehaut (häufig in der Lidspaltennähe), verursacht durch UV-Strahlung und Austrocknung. Sie ist gutartig und in der Regel harmlos.

Sollte eine Pinguecula behandelt oder entfernt werden?
Eine Behandlung ist meist nicht nötig; bei Entzündung oder Reizung helfen Benetzungstropfen oder entzündungshemmende Tropfen. Eine operative Entfernung würde nur aus kosmetischen Gründen erfolgen und wird selten empfohlen.

Warum brauche ich ab 40+ eine Lesebrille?
Presbyopie ist die altersbedingte Nachlassung der Naheinstellungsfähigkeit der Linse, wodurch man ab etwa 45 Jahren kleine Schrift in der Nähe immer schlechter ohne Hilfe lesen kann. Fast jeder ist davon betroffen.

Welche Möglichkeiten gibt es gegen Alterssichtigkeit?
Abhilfe schafft meist eine Lesebrille oder Gleitsichtbrille. Alternativ gibt es Möglichkeiten wie Kontaktlinsen (z.B. Monovision oder multifokale Linsen) oder operative Lösungen (z.B. Einsetzen multifokaler Kunstlinsen), falls jemand keine Brille mehr verwenden möchte.

Was bedeutet Pseudotumor der Orbita?
Ein Pseudotumor orbitae ist eine seltene, nicht-bösartige Entzündung in der Augenhöhle, die wie ein Tumor erscheinen kann (Schwellung, hervortretendes Auge), aber kein echter Tumor ist. Patienten haben oft ein geschwollenes, druckschmerzhaftes Auge und eventuell Doppelbilder.

Wie wird ein orbitaler Pseudotumor behandelt?
Die Behandlung besteht meist in hochdosierter Kortison-Therapie (oder anderen Immunsuppressiva), wodurch die Entzündung in den meisten Fällen zurückgeht.

Was ist ein Pterygium?
Ein Pterygium ist eine keilförmige, gutartige Bindehautwucherung, die meist nasal am Auge beginnt und auf die Hornhaut überwachsen kann (oft durch UV-Licht begünstigt).

Muss man ein Pterygium entfernen lassen?
Wenn es kosmetisch auffällt oder droht, die Sehachse zu erreichen bzw. Hornhautverkrümmung verursacht, kann es chirurgisch entfernt werden. Allerdings kann ein Pterygium nach einer Operation in einigen Fällen wieder nachwachsen; daher operiert man meist nur bei deutlichen Beschwerden und empfiehlt konsequenten UV-Schutz, um das Wachstum zu verlangsamen.

Was sind Schlupflider?
Schlupflider sind erschlaffte, überhängende Oberlider durch überschüssige Haut, die den Lidrand teilweise verdecken. Sie entstehen oft altersbedingt oder genetisch.

Kann man Schlupflider korrigieren und zahlt die Krankenkasse?
Eine Korrektur ist durch eine Lidstraffung (Blepharoplastik) möglich; wenn das Gesichtsfeld durch die Schlupflider nachweislich eingeschränkt ist, kann die Krankenkasse die Kosten dafür in einigen Fällen übernehmen.

Warum tränt mein Auge ständig?
Ursache von dauerhaft tränenden Augen ist oft ein verstopfter Tränenkanal (Tränenwegsverschluss), wodurch die Tränen nicht in die Nase abfliessen können. Bei Säuglingen ist dies häufig und legt sich meist im ersten Lebensjahr von selbst oder kann durch eine kleine Sondierung geöffnet werden.

Wie kann ein verstopfter Tränenkanal behoben werden?
Bei Erwachsenen hilft meist ein chirurgischer Eingriff (Tränenweg-Operation), bei dem ein neuer Abfluss zur Nase geschaffen wird (sog. Dacryocystorhinostomie), damit die Tränen wieder normal abfliessen.

Warum sind meine Augen oft trocken und brennen?
Trockene Augen entstehen, wenn der Tränenfilm qualitativ oder quantitativ unzureichend ist – etwa durch zu geringe Tränenproduktion oder zu schnelle Verdunstung. Typische Beschwerden sind Trockenheitsgefühl, Brennen, Sandkorngefühl und rote Augen, oft verstärkt nach langer Bildschirmarbeit oder in klimatisierten Räumen

Was kann man gegen trockene Augen tun?
Abhilfe schafft meist die regelmässige Anwendung von künstlichen Tränen (befeuchtende Augentropfen) sowie bewusstes Blinzeln und Pausen. In hartnäckigen Fällen können auch spezielle Massnahmen helfen, z.B. eine Lidrandpflege bei Meibom-Drüsen-Störung, das Verschliessen der Tränenpünktchen (Punctum Plugs) oder medikamentöse Therapien vom Augenarzt.

Mein Auge ist innen gerötet und schmerzt – könnte es eine Uveitis sein?
Eine Uveitis ist eine Entzündung im Augeninneren, oft ist die Regenbogenhaut (Iris) betroffen – man spricht dann von einer Iritis. Betroffene klagen über Augenrötung, dumpfe Augenschmerzen und Lichtempfindlichkeit, manchmal auch verschwommenes Sehen. Die Ursachen sind vielfältig: Eine Uveitis kann im Rahmen von rheumatischen/autoimmunen Erkrankungen auftreten, durch bestimmte Infektionen ausgelöst werden oder ohne erkennbare Ursache bleiben.

Wie behandelt man eine Regenbogenhautentzündung?
Behandelt wird sie je nach Schwere meist mit kortisonhaltigen Augentropfen (um die Entzündung zu hemmen) und pupillenerweiternden Tropfen (gegen Schmerzen und Verklebungen). In schwereren Fällen werden systemische Medikamente (Kortison-Tabletten oder Immunsuppressiva) benötigt. Wichtig ist eine schnelle Therapie, um Komplikationen wie Verklebungen, erhöhten Augeninnendruck oder Linsentrübung zu verhindern.

Ich habe gelbe Flecken an den Augenlidern – was ist das?
Xanthelasmen sind gelblich-weisse Cholesterinablagerungen in der Lidhaut, oft in der Nähe des inneren Augenwinkels am Ober- oder Unterlid. Sie sind an sich ungefährlich, aber viele stören sich kosmetisch daran.

Können Xanthelasmen entfernt werden?
Falls gewünscht, können Xanthelasmen unter örtlicher Betäubung chirurgisch entfernt werden (durch kleine Hautschnitte). Allerdings treten sie bei anhaltenden Fettstoffwechselstörungen häufig nach einiger Zeit wieder auf, da die zugrunde liegende Ursache (erhöhte Cholesterinwerte) weiter besteht. Eine Kontrolle und ggf. Behandlung der Cholesterinwerte ist daher sinnvoll.

Warum sehe ich einen grauen Fleck in der Mitte und Linien verbogen?
Die zentrale seröse Retinopathie (CSR) ist eine zeitweise Ansammlung von Flüssigkeit unter der Makula (Stelle des schärfsten Sehens) der Netzhaut. Sie tritt oft bei Männern im mittleren Alter auf und wird mit Stress oder Kortison-Einwirkung in Verbindung gebracht. Betroffene bemerken plötzlich unscharfes oder verzerrtes Sehen im zentralen Bereich, manchmal erscheint ein grauer Schatten.

Heilt eine zentrale seröse Retinopathie von alleine?
In den meisten Fällen zieht sich die Flüssigkeit innerhalb von Wochen bis wenigen Monaten von selbst wieder zurück und das Sehvermögen erholt sich. Wenn die CSR jedoch sehr lange anhält oder immer wiederkehrt, kann eine spezielle Laserbehandlung (oder eine photodynamische Therapie) in Erwägung gezogen werden, um die undichte Stelle am Augenhintergrund zu verschliessen.

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